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120 Papiererzeugung und Papierhandel.
Die Papiermühle in Zittau wurde 1510 aus einer Mahlmühle umgestaltet81
). 1533 wurde die Papiermühle in Görlitz von der Stadtgemeinde
gegründet82). In der Niederlausitz erbaute der Besitzer der Herrschaft
Spremberg, Karl v. Kittlitz, 1588 eine Papierwerkstätte83). In Muskau
begann die Herrschaft Kallenberg am Föhrenbach 1640 Papier zu erzeugen
84).
Wie bereits hervorgehoben worden ist, war schon vor dem Ausgange
des 14. Jahrhunderts in Chemnitz mindest der Versuch gemacht
worden, eine Papiermühle zu errichten. Eine sichere Kenntnis besitzen
wir von der Papiermühle in Dresden, die unter Herzog Albrecht von
Sachsen 1464—1500 begründet worden ist85). Im Laufe des 16. Jahrhunderts
erstanden in Sachsen zahlreiche Papiermühlen, so in Glauchau,
1527 und 1572 erwähnt86), in Penig bei Chemnitz, erbaut 153787), in
Zwönitz bei Chemnitz, erbaut 154588), an der Mulde vor Freiberg, vor
1557 von Michael Schaffhirt erbaut89), in Colditz, wo 1552 ein Papiermacher
Hermann Keferstein genannt wird90), in Zwickau (1570 Papiermacher
Caspar Graff)91), in Schneeberg 157292), in Knauthain 1575
errichtet, 1599 nach Cospuden verlegt93), in Königstein, 1577 durch
den Dresdener Ratsverwandten Georg Schwarz erbaut94), in Schwarzbach
im Erzgebirge (Ende des 16. Jahrhunderts)95). 1564 und 1566 bezog
der Leipziger Buchhändler Christoph Birck Papier von Christoph
Carlowitz auf Hermsdorf und Rothenhaus96). In Hermsdorf an der
Prag. Leonhard Thurneysser bezog, als er 1572/73 eine Druckerei in Berlin einrichtete
, auch Bautzener Papier (Friedr. Kapp, Buchdruck und Buchhandel in
Brandenburg-Preußen, namentlich in Berlin 1540—1740, im „Archiv" VII, 13).
81) Paschert, Geschichte von Zittau, I, 186 (1834).
82) Zittauer Geschichtsblätter 1929 Nr. 11. Vgl. Briquet Nr. 1880; F. Herrn.
Meyer a. a. O. XI, 332.
83) F. Herrn. Meyer a. a. O. XI, 332. — O. Staudinger (Löbau i. Sachsen
), der sich eingehend mit Lausitzer papiergeschichtlichen Studien abgibt, glaubt,
daß die südlich von Bautzen im Spreetal liegende Papierfabrik Obergurig in das
16. Jahrhundert zurückreicht, und hält ein aus 1562 stammendes Wasserzeichen
für eine Marke der alten Papiermühle. Da aber einige spätere Wasserzeichen die
Umschrift Gorca und Gorkau tragen, dürften diese Papiere aus den Görkauer
Papiermühlen in Böhmen herrühren. — 8i) Mitteilung des Prof. O. Staudinger.
85) Briquet a. a. O. Nr. 1191 ff., 1955ff., 7612. Das Dresdener Papier war
hauptsächlich in Sachsen, Thüringen und Schlesien verbreitet, aber auch bis Lübeck
und Hamburg. Nach Briquet Nr. 1191 ist Dresdner Papier schon 1493
nachweisbar. Nach Kirchner (im Wochenblatt f. Papierfabrikation 1913 Heft
Nr. 24) wird eine Papiermühle bei Leipzig (Angermühle) schon 1492 erwähnt.
Kirchner macht über das Aufkommen der Papiererzeugung in Sachsen im 16. Jahrhunderte
mehrfach andere Angaben.
86) F. Herrn. Meyer a. a. O. XI, 304, 330f. — 1527 wird ein Papiermacher
Paul Ulrich in „Glaucha" erwähnt, 1572 der Papiermacher Martin Müller in Glauchau
; es wäre zu erheben, ob die Notizen sich auf die gleiche Papiermühle beziehen.
87) Kirchner a. a. O. — 1586 betreibt sie der Papiermacher Simon Schmidt
(Archiv XI, 329); Wasserzeichen 1543—1582 verzeichnet Briquet Nr. 6433f.;
Verbreitung: Sachsen, Thüringen, Brandenburg, Hannover, Rheinland (Köln).
88) Briquet Nr. 2010L
89) Archiv XI, 285, 330; vgl. Briquet Nr. 2332—36; um die Mitte des
17. Jahrhunderts wurde eine zweite Papiermühle bei Freiberg begründet. — 90) Archiv
XI, 329. — 9i) Archiv XI, 330; XVI, 146f. — ^) Archiv XI, 330; Briquet
Nr. 2007—09. — ™) Archiv XI, 287ff. — 9*) Archiv XI, 331; Briquet Nr. 1929
bis 35. — 9S) Briquet Nr. 1229. — 96) Archiv XV, 36 f.
Die Papiermühle in Zittau wurde 1510 aus einer Mahlmühle umgestaltet81
). 1533 wurde die Papiermühle in Görlitz von der Stadtgemeinde
gegründet82). In der Niederlausitz erbaute der Besitzer der Herrschaft
Spremberg, Karl v. Kittlitz, 1588 eine Papierwerkstätte83). In Muskau
begann die Herrschaft Kallenberg am Föhrenbach 1640 Papier zu erzeugen
84).
Wie bereits hervorgehoben worden ist, war schon vor dem Ausgange
des 14. Jahrhunderts in Chemnitz mindest der Versuch gemacht
worden, eine Papiermühle zu errichten. Eine sichere Kenntnis besitzen
wir von der Papiermühle in Dresden, die unter Herzog Albrecht von
Sachsen 1464—1500 begründet worden ist85). Im Laufe des 16. Jahrhunderts
erstanden in Sachsen zahlreiche Papiermühlen, so in Glauchau,
1527 und 1572 erwähnt86), in Penig bei Chemnitz, erbaut 153787), in
Zwönitz bei Chemnitz, erbaut 154588), an der Mulde vor Freiberg, vor
1557 von Michael Schaffhirt erbaut89), in Colditz, wo 1552 ein Papiermacher
Hermann Keferstein genannt wird90), in Zwickau (1570 Papiermacher
Caspar Graff)91), in Schneeberg 157292), in Knauthain 1575
errichtet, 1599 nach Cospuden verlegt93), in Königstein, 1577 durch
den Dresdener Ratsverwandten Georg Schwarz erbaut94), in Schwarzbach
im Erzgebirge (Ende des 16. Jahrhunderts)95). 1564 und 1566 bezog
der Leipziger Buchhändler Christoph Birck Papier von Christoph
Carlowitz auf Hermsdorf und Rothenhaus96). In Hermsdorf an der
Prag. Leonhard Thurneysser bezog, als er 1572/73 eine Druckerei in Berlin einrichtete
, auch Bautzener Papier (Friedr. Kapp, Buchdruck und Buchhandel in
Brandenburg-Preußen, namentlich in Berlin 1540—1740, im „Archiv" VII, 13).
81) Paschert, Geschichte von Zittau, I, 186 (1834).
82) Zittauer Geschichtsblätter 1929 Nr. 11. Vgl. Briquet Nr. 1880; F. Herrn.
Meyer a. a. O. XI, 332.
83) F. Herrn. Meyer a. a. O. XI, 332. — O. Staudinger (Löbau i. Sachsen
), der sich eingehend mit Lausitzer papiergeschichtlichen Studien abgibt, glaubt,
daß die südlich von Bautzen im Spreetal liegende Papierfabrik Obergurig in das
16. Jahrhundert zurückreicht, und hält ein aus 1562 stammendes Wasserzeichen
für eine Marke der alten Papiermühle. Da aber einige spätere Wasserzeichen die
Umschrift Gorca und Gorkau tragen, dürften diese Papiere aus den Görkauer
Papiermühlen in Böhmen herrühren. — 8i) Mitteilung des Prof. O. Staudinger.
85) Briquet a. a. O. Nr. 1191 ff., 1955ff., 7612. Das Dresdener Papier war
hauptsächlich in Sachsen, Thüringen und Schlesien verbreitet, aber auch bis Lübeck
und Hamburg. Nach Briquet Nr. 1191 ist Dresdner Papier schon 1493
nachweisbar. Nach Kirchner (im Wochenblatt f. Papierfabrikation 1913 Heft
Nr. 24) wird eine Papiermühle bei Leipzig (Angermühle) schon 1492 erwähnt.
Kirchner macht über das Aufkommen der Papiererzeugung in Sachsen im 16. Jahrhunderte
mehrfach andere Angaben.
86) F. Herrn. Meyer a. a. O. XI, 304, 330f. — 1527 wird ein Papiermacher
Paul Ulrich in „Glaucha" erwähnt, 1572 der Papiermacher Martin Müller in Glauchau
; es wäre zu erheben, ob die Notizen sich auf die gleiche Papiermühle beziehen.
87) Kirchner a. a. O. — 1586 betreibt sie der Papiermacher Simon Schmidt
(Archiv XI, 329); Wasserzeichen 1543—1582 verzeichnet Briquet Nr. 6433f.;
Verbreitung: Sachsen, Thüringen, Brandenburg, Hannover, Rheinland (Köln).
88) Briquet Nr. 2010L
89) Archiv XI, 285, 330; vgl. Briquet Nr. 2332—36; um die Mitte des
17. Jahrhunderts wurde eine zweite Papiermühle bei Freiberg begründet. — 90) Archiv
XI, 329. — 9i) Archiv XI, 330; XVI, 146f. — ^) Archiv XI, 330; Briquet
Nr. 2007—09. — ™) Archiv XI, 287ff. — 9*) Archiv XI, 331; Briquet Nr. 1929
bis 35. — 9S) Briquet Nr. 1229. — 96) Archiv XV, 36 f.
Persistente URL:
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/Thiel1932/0015
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