Schmidt, Richard
Fakire und Fakirtum im alten und modernen Indien: Yoga-Lehre und Yoga-Praxis nach den indischen Originalquellen
Berlin, 1908
Seite: 110
(PDF, 52 MB)
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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— HO —

Ferner: Der Fakir stellte den kleinen Kupferherd (solche
sind oft in Indien in Gebrauch und dienen zum Verbrennen von
Räucherwerk) in die Mitte der Terrasse und legte das Räucherwerk
darauf.

Dann nahm er seine gewöhnliche Stellung ein und begann
seine Anrufungen. Als er damit zu Ende war, verharrte er in
seiner Stellung, die linke Hand auf dem Herzen, die rechte auf
seinen Bambusstock mit den sieben Knoten gestützt. Ich dachte,
er werde wie früher einmal in kataleptischen Schlaf verfallen,
aber es war nicht der Fall. Von Zeit zu Zeit drückte er seine
Hand an die Stirne. Plötzlich gab es mir einen Ruck. Eine
phosphoreszierende Wolke schien sich inmitten des Zimmers gebildet
zu haben, und mit großer Schnelligkeit zuckten menschenähnliche
Hände aus ihr hervor. — In einigen Minuten wurden
diese Hände weniger dampf ähnlich und gewannen an Deutlichkeit
. Manche waren leuchtend und durchscheinend, so daß
man durch sie hindurch die Gegenstände sehen konnte, andere
wieder waren dicht und warfen Schatten, wie gewöhnliche
materielle Dinge. Ich zählte ihrer sechzehn. Ich wollte den
Fakir fragen, ob ich die Hände berühren könne, da trennte sich
eine von ihnen los und drückte meine ausgestreckten Finger; —
sie war klein und weich, wie die eines jungen Weibes. — Derlei
Erscheinungen dauerten fast zwei Stunden an; eine Hand brach
Blumen ab und warf sie mir zu, eine andere fuhr mir übers
Gesicht, wieder andere schrieben Sätze, die einen Moment aufleuchteten
und dann verschwanden, an die Wand. — Einige
der Worte notierte ich schnell mit Bleistift, zum Beispiel:
Dioyavapour gatwä (Sanskrit: ,Ich habe mich mit einem fluidischen
Körper bekleidet')."

IV. Kapitel.

Berichte über die Yogins aus Reisewerken.

Eine so sonderbare Gesellschaft wie die Yogins und Fakire
konnte natürlich der Aufmerksamkeit der Reisenden nicht entgehen
; gehören sie doch zum Märchenhaftesten im Märchenlande
Indien! Schon die Griechen, die Alexander den Großen auf


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